UMGANG MIT TITELN

Wenn es um Titel geht fällt vielen Menschen zuerst der Adelstitel ein und erst in zweiter Linie der Doktoren- oder Professorentitel. Die letzteren sind jedoch viel verbreiteter und wir möchten uns hauptsächlich mit den gebräuchlichsten Titeln beschäftigen. Hierzu gehören neben den akademischen Titeln die Amtsbezeichnungen und Prädikate. Hinzu kommen noch die Ehrentitel.

 

Titel sind immer Bestandteil des Namens. Eine Frau Dr. Meier ist in der mündlichen wie in der schriftlichen Anrede Frau Dr. Meier. Hätte diese Dame noch einen Professorentitel, spricht und schreibt man sie mit Frau Professorin Meier an. Der Titel wird also in die weibliche Form gesetzt. Dies gilt für alle Titel; beim Doktortitel hat sich diese Form nicht überall durchgesetzt. Bei mehreren Titeln wird nur der höchste genannt, also statt Professor Dr. Dr. Peter Müller nur Herr Professor Müller.

Wenn sich Herr Professor Dr. Müller selbst vorstellt lässt er alle Titel weg: Mein Name ist Peter Müller

Bei ehrenhalber verliehenen Titeln wird das h.c. (honoris causa = ehrenhalber) in der Anschrift mitgeschrieben – Herrn Dr. h.c. Peter Müller – und in der Anrede weggelassen.

 

Akademische Diplome gehören nie in die Anrede und auch im Anschriftenfeld tauchen sie heute nur noch selten auf. Es ist moderner auf diese Zusätze zu verzichten.

 

Als Prädikate bezeichnet man Würdenbezeichnungen, die an öffentliche oder kirchliche Ämter gebunden sind. Das Staatsoberhaupt oder Botschafter eines anderen Landes haben Anspruch auf das Prädikat Exzellenz. Andere Prädikate sind zum Beispiel Eminenz, Hochwürden oder Majestät (bei Monarchen).

 

Zu den Amtsbezeichnungen zählen Titel wie Bundesminister, Staatssekretärin, Landrat, Botschafter des eigenen Landes, Generalmusikdirektorin usw. Diese Titel sollten situationsgerecht angewandt werden. Wenn ein Journalist den Bürgermeister interviewt, dann wird er ihn mit Herr Bürgermeister anreden, trifft er den Bürgermeister aber zufällig im Skiurlaub ist diese Anrede nicht nötig.

 

Nun noch kurz zu den Adelstiteln. Offiziell gehören sie seit 1919 (Weimarer Verfassung) nur noch zum Namen, das heißt ein Adelsprädikat hat nichts mit der hierarchischen Rangfolge zu tun. Frau Meier und Gräfin Rantzau, beide im gleichen Alter und in der gleichen Position, haben auch den gleichen hierarchischen Rang.

Obwohl Adelstitel Bestandteil des Namens sind, entfällt das Herr oder Frau in der Anrede von Baronen, Grafen, Herzögen usw. Die korrekte Anrede für Sabine Gräfin von Moorburg ist also Gräfin Moorburg. Wer aufmerksam liest, hat bemerkt, dass auch das „von“ verschwunden ist.

 

Eine Besonderheit hat der Titel Freifrau/Freiherr. Dieser Zusatz erscheint nur im Adressfeld, in der Anrede geht es dann mit Frau/Herr von … weiter.

 

Im gesellschaftlichen Bereich legen adlige Personen häufig noch großen Wert auf die entsprechenden älteren Anredeformen. Am besten fragen Sie in Situationen, in denen Sie unsicher in der Anredeform sind, ihren Gesprächspartner wie er angesprochen werden möchte.

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